Was ist überhaupt Mindset?

Stell dir vor, es ist Sommer und du gehst am Strand entlang. Es ist angenehm warm, und beim Spazierengehen entdeckst du an der Promenade einen Eisladen. Das ist doch perfekt, denkst du dir. Ein Eis wär jetzt toll. Du gehst zum Eisladen, sprichst den Verkäufer an. "Eine Kugel Vanilleeis, bitte", und der gute Mann hält die Luft an und schaut dich entgeistert an.

"Ähm… wissen Sie, also, normalerweise kostet eine Kugel 2,80€, aber für Sie kann ich einen Freundschaftspreis machen… äh… 1,80€."

Ist dir das schonmal passiert?

Mir auch nicht.

Weil es einen Grund hat, warum dort die Kugel Eis 2,80€ kostet. Denn sonst müsste dieser Eisladen bald zumachen, wenn er nicht genügend Umsatz macht. Der Unternehmer hat eine Verantwortung gegenüber seinem Unternehmen. Wenn er nicht genügend Umsatz macht, müsste er bald seine Angestellten kündigen. Er tut also niemandem einen Gefallen, wenn er spontan und ohne Grund die Preise reduziert.

Das Wissen darum nennt man Mindset.

Mindset ist die innere Einstellung, die jemand gegenüber seiner Arbeit oder einem bestimmten Thema hat. In diesem Fall ist es das Thema Geld. Dann sprechen wir vom Geld-Mindset.


Grund Nummer 1: Ein positives Geld-Mindset ist unumdingbar, wenn du als Musiker*in planst, langfristig deiner Arbeit nachzugehen

Traust du dich, deinen Preis selbst zu bestimmen? Vielleicht sogar Anfragen abzusagen, wenn du einen für dich zu niedriges Honorar angeboten bekommst, oder wenn sie nicht zu dir passen? Denkst du, dass du sonst in der Zukunft nicht gebucht oder jemals wieder angefragt würdest? Besonders jetzt, in dieser Zeit?

Oft besteht bei Künstler*innen die Annahme, dass sie nichts an den Preisen verändern können, oder nicht mitreden dürfen. Doch gerade jetzt gibt es Wege, direkt in Kontakt zu den Fans zu gehen, durch Platformen wie Kickstarter, Startnext oder Patreon.

Gleichzeitig boomt gerade jetzt die Nachfrage nach Online Unterricht. Ein Mitglied in meiner Facebook Gruppe konnte sogar seine Schülerschaft in der Corona-Zeit erweitern.

Ich habe es schon woanders gesagt: Wir sind nicht nur Musikerinnen und Künstlerinnen, wir sind auch Unternehmer*innen.

Wir sind Unternehmer*innen in dem Moment, indem wir eines dieser Dinge anstreben:

  • unsere eigene Musikschule gründen
  • uns als Instrumentallehrer*in selbständig machen
  • uns als Praktiker*in der Traditionellen Chinesischen Medizin selbständig machen
  • unsere eigene Marke als konzertierende*r Musiker*in etablieren (warum wir gebucht werden und nicht unsere Nachbarin, die auch so toll geigt)
  • andere Künstler*innen (mit)managen
  • mit anderer Arten von kreativen Dienstleistungen Geld verdienen: zum Beispiel eine Frau, die ich kenne, komponiert für Pärchen ein neues, eigens für sie abgestimmtes Hochzeitslied, und spielt es bei der Trauung auf ihrer Harfe (!) und singt dabei (wie cool ist das denn bitte?? 😍) (ich vermittle gern den Kontakt! 😄)

Wenn du nicht angemessen bezahlt wirst, wird früher oder später der Moment kommen, an dem du etwas anderes machen musst, um Geld zu verdienen. Dann kannst du nicht mehr deiner kreativen Arbeit nachgehen - letztendlich hat keiner etwas davon.


Grund Nummer 2: Das Mythos "arme*r Künstler*in" ist eben nur das: ein Mythos.

Wie steht es bei dir mit der künstlerischen Qualität und Geld? Geht sich das aus oder besteht da eine Unverträglichkeit in deinem Kopf? Es ist eine ebenfalls eine Mindset Frage, zu denken: "Gute Musik vermarktet sich selbst; ich sollte meine Musik nicht promoten müssen." oder: "Yeah, ich biete meinen Fans meine Musik an und so kann ich weiter diese tolle Arbeit machen."

Es gibt zahlreiche Beispiele von Musiker*innen, die gute Musik machen und kommerziell erfolgreich sind. Darfst du dazugehören? Glaubst du, du müsstest dich dafür verbiegen?


Grund Nummer 3: Gerade die sensiblen, liebenswürdigen, weltoffenen Künstler*innen könnten etwas mehr Wohlstand und Macht gebrauchen

Unsere Gesellschaft schenkt eher denen Aufmerksamkeit, die Macht oder Geld haben. Das müssen wir als Musiker*innen gerade jetzt, teilweise schmerzhaft, erleben.

Es ist eine Frage des Mindsets, wenn Künstler*innen sich sagen: "Da möchte ich nicht dazugehören. Geld und Macht machen, dass man die wichtigsten Dinge im Leben nicht mehr wertschätzt, sondern nur das Geld."

Ich möchte dir die Geschichte von Derek Sivers erzählen.

Die Geschichte beginnt 1997. Derek war damals Vollzeit Musiker, Produzent, Recording Artist. Ihm ging’s gut, er war immer gut gebucht, hatte sich mit der Zeit sogar etwas angespart und sich davon ein kleines Haus gekauft.

Er kam auf die Idee, seine CD online zu verkaufen, fand aber keine Firma, die das machen wollte, ohne großes Plattenlabel. So etwas gab es damals nicht. Also baute er sich eine Webseite dafür und setzte ein Bild von seinem CD Cover und daneben ein "Jetzt kaufen" Button ins Netz - das war vor PayPal. Big deal.

Schnell sprach es sich herum unter den Kolleg*innen und bald bekam er eine Anfrage nach der anderen: "Könntest du auch meine CD ins Netz stellen?" Ohne Absicht hatte er ein Unternehmen gegründet. Das war der Anfang von CD Baby.

2008 verkaufte Derek Sivers die Firma CD Baby für 22 Million Dollar. Bevor das geschah, gründete er eine wohltätige Stiftung, deren Zweck es ist, anderen Menschen eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Dann übertrug er alle Vermögenswerte von CD Baby auf diese Stiftung. Die neuen Käufer der Firma erwarben CD Baby also von der Stiftung. Derek Sivers gehört dieses Geld nicht, dafür bekommt er von dieser Stiftung auf Lebenszeit pro Jahr 5% des Firmenwerts ausgeschüttet. Er sagt, mehr braucht er nicht zum Leben. Und der Rest geht an Menschen, die Musik lernen möchten.

Mit seiner Arbeit hat Derek Sivers einen Mehrwert in der Welt geschaffen, der anderen Menschen zugute kommt. Ohne sein unternehmerisches Handeln und Denken wäre das nie passiert.


Grund Nummer 4: Unternehmerisch Handeln ist genauso kreativ wie ein künstlerischer Beruf

Du kannst als Unternehmer*in, so wie als Musiker*in, so unkonventionell und verrückt sein, wie du möchtest. Ein Unternehmen spiegelt die Person wieder, die dahinter steht.

Es ist alles erlaubt - du erschaffst die Regeln.

Manche möchten in großen Stadien auftreten, manche lieber vor einem Publikum von 100.

Manche möchten die Musik anderer Menschen spielen, manche nur ihre eigene Musik.

Manche möchten nur Kurse geben, manche nur Einzelunterricht.

Was macht dich scharf? Du bestimmst die Regeln. Du darfst.

Niemand kann immer von allen gemocht werden. Es liegt in der Natur der Sache, wenn du mit deiner Idee sichtbar werden möchtest. Lass dir von niemandem sagen, was geht und was nicht geht. Es werden sich immer Leute finden, die dich und deine Projekte kritisieren.

Dann kannst du genauso gut das machen, was in dir brennt, in diese Welt geboren zu werden.

Auch das ist eine Frage des Mindsets.



Aus diesem Grund habe ich den Workshop "Wertvoll" ins Leben gerufen: Ich möchte, dass mehr Musiker*innen erfahren, dass Geld verdienen einfach sein kann und vor allem im Einklang mit den eigenen Werten stehen kann.

"Wertvoll: How-to Honorare, Gagen und Verhandlungen für Musiker*innen" findet am 17. Juni statt - online, wo sonst?

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