Komponieren im Klavierunterricht

Über die Jahre haben einige meiner Schülerinnen und Schüler immer wieder in meinem Unterricht komponiert. Für zwei von ihnen stand der Kompositionsunterricht im Mittelpunkt der Klavierstunden. Hier sind ihre Geschichten, sowie Erfahrungen und Empfehlungen von mir, die ich im Laufe dieser Jahre von ihnen gelernt habe.


Carla, 7

Was würden Sie mit einer Schülerin machen, die offensichtlich überdurchschnittlich musikalisch und künstlerisch begabt ist, aber sich partout nichts am Klavier zeigen lassen möchte?

Das war nicht immer so gewesen. Als Carla mit 5 Jahren ihren Klavierunterricht bei mir begonnen hatte, hatten wir uns nach und nach an das Klavier angetastet, hatten den Unterrichtsraum mehrmals komplett abgehört, erforscht, Kugeln gezeichnet, dann Notenschlüssel. Sie hatte ihr eigenes Klavier gemalt, wir hatten improvisiert, gesungen. Mit 7 spielte sie ihre ersten Lieder aus ihrem eigenen Klavierbuch, das ich für sie zusammengestellt hatte. Aber sie wollte nicht, dass ich ihr zeigte, wie das ging mit dem Klavier. Selten hatte ich so viel Talent erlebt gepaart mit so viel Widerstand.

In mir war auch ein großer Widerstand, sehr sogar. Ich kam auf einmal nicht mehr an dieses Kind heran. Carla wollte nicht annehmen, was ich so gern mit ihr teilen wollte: die Musik. Die Stunden mit ihr bedeuteten für mich Stress; es war einfach auch sehr viel Druck auf uns beiden. Der Vater spielte ebenfalls Klavier. Die Eltern erwarteten, dass Carla ab und zu für Familienanlässe ein einfaches Stück vortragen konnte. Nach anderthalb Jahren Unterricht darf man das vielleicht auch. Aber wie es mir selbst erklären, dass meine Erfahrung nicht mehr gültig war, um konstruktiv mit diesem Kind Musik zu machen? Dass sie selbst kleine Korrekturen kategorisch verweigerte? Wie sollte ich schaffen, dass sie ein Stück lernt, wenn sie nicht wollte? Das ging einfach nicht voran mit ihr. Wir waren total stecken geblieben. Ich wusste nicht weiter.


Der überraschende Moment des ersten Liedes

Bis sie eines Tages ankam und sagte: "Maria, ich habe ein Lied komponiert." - "Echt? Lass hören!" Das Lied, das sie dann sang, haute mich von den Socken: Ihre Fähigkeit, mit dem Text umzugehen, die Wortwahl, die Kadenz. Wow. Später sagte mir ihr Vater, dass sie die Melodie irgendwo aufgeschnappt hatte. Aber dieser Text, der war schon sehr erwachsen für ein 7-jähriges Kind. "Ich find’s toll, Carla. Wollen wir das Lied vielleicht aufschreiben? Ich helfe dir dabei." Au ja!"

So begannen wir an jenem Donnerstagnachmittag, das Lied in Notenform zu bringen. Ich bat sie, es stückchenweise vorzusingen, dass ich es aufschreiben konnte. Wenn ich mal ihre gesungenen Töne nicht verstand, fragte ich sie, ob sie es so oder so meinte, spielte ihr dann meine Varianten vor. Sie konnte mir dann immer sagen, wie sie es gemeint hatte. Am Schluss der Stunde hatten wir ihr erstes Lied in ihr Heft eingetragen, mit ihrem wunderschönen Text darunter. Ein Lied, das sie nach ihren eigenen Notenkenntnissen nicht hätte lesen können. Aber sie hatte es selbst komponiert, und es war der schönste Moment, den ich in den letzten Monaten mit ihr erlebt hatte. Das Ergebnis ist in Abbildung 1 zu sehen: in Carlas Heft trug ich Noten und Text ein, wenngleich ohne rhythmische Angaben (zu sehen ist der erste Teil des Liedes).

Ich war zutiefst erleichtert, hatte verstanden, wie ich ab jetzt auf sie eingehen konnte. Carla brachte alles mit, dass der Unterricht in kompletter Harmonie stattfand. Ich musste nur quasi zur Seite treten und erlauben, dass sie zeigte, was sie ausdrücken wollte.


Ein künstlerischer Prozess entsteht

Mit der Zeit kam es immer häufiger vor, dass Carla ein selbst komponiertes Lied mitbrachte. Dann begann der Prozess von vorne. Ich versuchte, nachzuspielen, was sie mir vorsang, bis es passte. Dann schrieb ich die Noten auf, dazu die Texte. Manchmal brachte sie eine Idee mit, einen Keim von Musik. Dann erforschten wir, wie das Lied weitergehen konnte. Sie selbst wusste schon, wohin sie das Lied bringen wollte. Ich stand ihr dann als Beraterin zur Seite und gemeinsam schrieben wir die Lieder zu Ende. So wuchs die Liedersammlung an.

Irgendwann fingen wir an, aus dem Stand zu komponieren. Nach etwa ein, zwei Jahren kam es häufig vor, dass sie aus einem Anlass heraus ein Lied machen wollte: “Maria, dieses Jahr mache ich meine erste Kommunion. Ich möchte gerne ein Lied machen dazu.” Und dann machten wir das. Wir waren mittlerweile ein eingespieltes Team. Unser kreativer Prozess war im Fluss. Und die Liedersammlung wuchs weiter.


Die Kompositionen werden aufgenommen

Bis es dann dazu kam, dass Carla mit ihren Eltern zurück nach Spanien ziehen sollte. Wir beide wussten es schon länger. Für mich wurde es dann ganz wichtig, den Moment festzuhalten, die ganzen Lieder, diese Bezeugung der Kreativität dieses Kindes. Carla war mittlerweile neun Jahre alt. All diese Liedchen, selbst wenn die im Heft niedergeschrieben sind, das vergisst man. Das wollte ich nicht. Also startete ich das gesamte letzte halbe Jahr unseres Unterrichts ein weiteres Projekt mit ihr: ihre Musik aufzunehmen. Über Monate hinweg legte ich einen Teil der Unterrichtszeit dafür zurück, dass wir uns Zeit für die Aufnahme lassen konnten. Aufnehmen braucht nämlich immer länger, als man denkt, das kennen Profis selbst auch. Damals war es 2010, ich hatte noch meinen MiniDisc, ein passables Mikrofon. Das sollte reichen. Ich zeigte ihr, wie das Aufnahmegerät funktionierte, wie sie sich selbst aufnehmen konnte. Wie man die Aufnahme abspielt, um zu hören, ob sie einem gefällt. Wie man besser mit guten Kopfhörern in die Takes reinhört, um sie zu beurteilen. Sie nahm sogar noch eine gesprochene Einführung in die CD auf und wir haben auch einige Lieder aus dem Klavierbuch mit hinzugefügt, Improvisationen, ein Mix aus Gesungenem, Gesprochenem, Gespieltem.

Am Ende des Schuljahres bekam sie von mir eine CD mit zwanzig Minuten ihrer Musik geschenkt. Stundenlang hatte ich ich am Rechner gesessen, um alles schön zu schneiden und etwas dezent zu mixen. Ich hatte am Schluss noch “Outtakes” hinzugefügt, wo wir beide sehr gelacht hatten. Damit man auch einen Einblick hinter die Kulissen haben konnte. Es war einfach ein wunderschönes Projekt, für uns beide. Sie nahm ihre CD mit und schenkte sie ihren Eltern, ihren Verwandten. Und für mich war diese CD ebenfalls ein Geschenk.

Denn es war eingetreten, was ich mir gewünscht hatte: Carla hatte mir doch erlaubt, Musik mit ihr zu teilen. Zwar nicht in der Form, in der sich das ihre Eltern und, anfangs ich auch, vorgestellt hatten, sondern auf ihre eigene Art und Weise. Dieses Kind hatte die Erfahrung gemacht, sich in ihrer eigenen Musik und Texten auszudrücken. Und dass das einen Wert hat. Ich hätte es mir nie, nie träumen vermögen, dass ich die Kompositionslehrerin eines 7-jährigen Mädchens werden würde. Aber so war es.

Es mag etwas anderes auf dem Papier stehen - wichtiger ist, was die Schüler von uns brauchen. Genügend Empathie zu haben, um zu sagen, ja, stimmt, du willst eigentlich dieses andere Talent von mir, meine Fähigkeit zuzuhören, dich zu verstehen, und dir Raum zu geben.

Sobald wir das zulassen, kommt ihre Kreativität von selbst zutage.



Paul, 11

Mit Paul war die Zusammenarbeit besonders, insofern, dass ich ihn ab seinem 7. Lebensjahr und bis er 19 war unterrichtet habe. Heute ist Paul 20.

Wir haben immer sehr fruchtvolle Stunden gehabt, vor allem, da ich in diesen Jahren eine komplette berufliche Veränderung durchlebt habe. Als ich Paul als Schüler aufnahm mit 7, war ich Pianistin, Klavierlehrerin und Korrepetitorin. Ich stieg auf das Cembalo um, als Paul 10 war, welches sofort frischen Wind in die Stunden brachte. Nicht nur bereichterte es meine Technik als Pianistin, sondern brachte ein neues Selbstverständnis für Harmonik, Inspiration durch meine neuen Projekte wie Barockorchester, Alte Musik Ensembles, Continuospiel und historische Aufführungspraxis. Das alles floss in Pauls Unterricht mit ein.

Zusätzlich absolvierte ich in dieser Zeit eine Ausbildung zur Resonanzlehrerin, als Paul 11 bis 14 Jahre alt war. Durch die Ausbildung begann ich, die Freie Improvisation für mich zu praktizieren und nahm sie fortan in mein Spiel als Cembalistin und meinen Unterricht auf. Paul stieg sofort darauf ein. Die Improvisationssitzungen ergaben bald erste Früchte, denn bereits mit 11 zeigte er mir sein erstes Stück.


Improvisation als Ursprung der Komposition

Das erstes Stück, „Tankstelle“, war ein Lied, für das er selbst den Text geschrieben hatte. Basierend auf dem Blues-Schema in d-moll, sang er in ironischer Art und Weise den fragwürdigen Lobpreis einer Tankstelle in einer verlassenen Landstraße: „Drei Wochen altes Croissant / gibt’s bei der Tankstelle“. Paul hatte schon mit 11 einen trockenen Sinn für Humor.

So improvisierten wir über Jahre hinweg fast jede, wenn nicht jede zweite Stunde am Klavier. Ich improvisiere vierhändig mit meinen Schülern und lasse dabei die Kinder gerne im tiefen Bereich des Klaviers spielen, gebe ihnen somit „die Macht“, die Improvisation zu lenken. Selten lasse ich sie oben spielen, es sei denn, sie wünschen sich das. Eine ganz einfache Anleitung, mit Schülern vierhändig am Klavier zu improvisieren, und wie ich diese Einheiten für meinen Unterricht gezielt einsetze, finden Sie hier: Eine einfache Übung in Freier Improvisation und 5 Anwendungen für den Instrumentalunterricht

Nach einigen Jahren war es bei Paul üblich, dass er eigene musikalische Ideen oder Themen in den Unterricht mit reinbrachte. Er spielte sie mir vor und fragte, wie er damit jetzt weiter verfahren konnte. Durch meinen Hintergrund in Musiktheorie konnte ich ihn dabei unterstützen, die Wendung zu finden, die er gerade suchte. Manchmal schlug ich direkt eine Gegenidee vor; wenn sie ihm gefiel, nahm er sie auf, wenn nicht, suchte er weiter.

Da ich einen großen Wissensdrang in ihm spürte, mehr über das Handwerk der Komposition zu erfahren, begann ich mit ihm eine Serie von Übungen in Musikanalyse. Ich nahm dabei nicht die Klassiker, wie etwa Bach Präludien und Fugen und Sonatensatzform - das kam später, als Paul 17 war. Mit 15 gab ich ihm die beste Filmmusik zu hören und zu analysieren, die ich finden konnte: John Williams (Der weiße Hai, Schindlers Liste, HarryPotter), Michel Desplat (Das Mädchen mit dem Perlohrring) etc., später auch Stephen Sondheim (West Side Story).


Ein Unterrichtsprozess in Phasen

In Pauls Unterricht sind wir zyklisch vorgegangen; ich orientierte mich stets danach, was ihn interessierte, und unterstützte ihn dabei, das zu lernen, was er jetzt Neues lernen wollte. Er hatte Phasen, in denen er nur nach Noten spielen wollte und welche, in denen er eher komponierte. In den Notenphasen tendierte er dazu, viele Kompositionen aus derselben Feder zu lernen. Heute würde ich das als "Stil einsaugen" bezeichnen. So konnte man beispielsweise nach seiner Ludovico Einaudi Phase bald in seinen musikalischen Ideen die Inspiration von diesem Komponisten hören. Keine Kopien, aber doch Inspirationen, ähnliche Wendungen. Dass es keine Kopie werden sollte, war Paul wichtig: so suchte er stets nach abgewandelten Akkorden, unerwarteten rhythmischen Impulsen (große Vorliebe bei Paul für ungerade Taktbezeichnungen), kurz: Er erschuf seinen eigenen Stil.

Dieser war eher melancholisch, mit der Ausschau auf das Grandiose, majestätisch zu Zeiten, doch allgemein ernst und nachdenklich. Als Teenager habe ich Paul auch im Gespräch so erlebt. Er war nie einer, der nach Moden ging, sondern bei sich blieb und genau seines machte - er rauchte nicht, er trank keinen Alkohol; stattdessen war er geradezu "obsessed" mit Musik: neben Klavierunterricht bei mir nahm er Unterricht in Gitarre und später elektrischer Gitarre, E-Bass, Stimmbildung; nur Schlagzeug nicht, dafür konnte er ganz gut mit seinem elektronischen Schlagzeug umgehen.

Parallel zum breit gefächerten Instrumentalunterricht hatte Paul schon früh begonnen, vielleicht mit 11-12, sich mit Synthesizern, Keyboards, Mikrofonen, und Effekt-Pedals auszustatten. Er spielte mit Audio-Software und zeigte mir immer wieder seine elektronischen Kompositionen, die einerseits Richtung Rock und andererseits Techno tendierten. Mit 16, nach einer intensiven Chopin Phase, war er inspiriert, wieder am Klavier zu komponieren und begann seine Ideen weiter zu entwickeln, beziehungsweise immer neue und frischere Ideen zu haben.


Wann ist ein Stück wirklich fertig?

Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass Paul (immernoch 16) zwar mittlerweile sehr gut darin war, neue thematische Ideen zu finden, aber noch nie ein Stück zuende komponiert hatte. Ich sprach ihn darauf an, doch mal ein Stück fertig zu stellen, und er stimmte ein, es zu versuchen. Es waren zu der Zeit zwei bis drei Lieder in Arbeit, plus fast jede Woche hatte er neue Einfälle. Diesem kreative Ansturm würde gut tun, ein bisschen Form zu bekommen und zuende gebracht zu werden.

Eine Chance tat sich auf, als ich als Spielerin für ein privates, informelles Klavierkonzert angefragt wurde. Der Termin war 2-3 Monate hin. Ich schlug Paul vor, dass, wenn er es so wünschte und er es schaffte sein erstes Stück fertig zu komponieren, ich es bei diesem Anlass spielen würde. Er fühlte sich geehrt und stimmte zu.

Ab dem Zeitpunkt gab er Vollgas; nur, dann traten die neuen „Teufel“ in Erscheinung: Wann ist ein Stück wirklich fertig? Und wie weiß er, dass es fertig ist? Das Zögern, den Schlussstrich unter seinem Stück zu ziehen, war für mich bemerkbar. Es gab aber keinen anderen Weg, als genau das zu tun. Dafür prägte ich einen Satz, den ich immer wieder hervorholte, wenn ich merkte, dass Paul zu sehr im Kopf war und nicht mehr beim künstlerischen Prozess: „Nur ein fertiges Stück ist ein gutes Stück.“ Das leuchtete ihm sofort ein. Er verstand mit der Zeit und vor allem im Nachhinein, dass ein fertiges Stück der Meilenstein ist, den er brauchte, um ein besserer Komponist zu werden.

Der oben erwähnte private anlass fand statt, als Paul gerade 17 Jahre alt geworden war. „Freitag mit Regen“ wurde Pauls erstes Stück, dessen erste Seite Sie in Abbilung 2 sehen können. Ich führte es auf - an einem Freitag, natürlich! Durch diesen Anlass bekam das Stück erst seinen Titel, denn ganz lange hieß es bei uns im Unterricht „Ohne Titel“.

Jetzt konnte es auch mit den anderen Stücken weitergehen. Einige davon warteten auf Weiterbearbeitung, auf Fertigstellung. Innerhalb eines Jahres brachte er noch weitere 5 Stücke fertig, unter ihnen „Dornen“, in Abbildung 3 die erste Seite des Stücks.


Horizonte erweitern für die jungen Komponisten

An dem Punkt angelangt, sah ich es als meine Aufgabe, ihn dazu zu animieren, Musik in für ihn neuen Stilen zu komponieren; das fing alles sonst an, zu ähnlich zu klingen. Außerdem, was er schon konnte, konnte er schon. Mein Beitrag war, ihm neue Musik anzubieten; erstens durch Hörempfehlungen (Querbeet durch die Klassik, New Age, zeitgenössische und Rock-Popmusik) und zweitens mit der Anweisung, direkt in neuen Gattungen und Stilen zu komponieren.

Als Paul 17 war, habe ich dann auf die eher klassische Analyse gesetzt (Schumann Fantasiestücke, Sonatensatzform am Beispiel der ersten Beethovensonate, etc.) und auch auf eine bessere Auserarbeitung der Melodie - dafür hielt ich mich an das Buch von Ernst Toch, „Die Melodie“. Paul hat somit einen ganzheitlichen Überblick bekommen, was das Handwerk der Komposition angeht. Seine Melodien sind ab dem Zeitpunkt sehr viel interessanter und ausdrucksvoller geworden. Zuletzt, mit 19, haben wir an einer für ihn neuen Gattung gearbeitet: das romatisch-optimistische Lied. So ist er bei dem angelangt, was für ihn am Schwierigsten erschien.


Wenn Schüler sich selbst unterrichten

Ich habe immer gesagt, wie bei allen meiner Schüler: Paul hat sich immer selbst unterrichtet. Er hat immer selbst bestimmt, was ihn interessiert hat, und über die Jahre ist ein großer Schatz an Projekten, Erfahrungen und auch natürlich Musikkompositionen entstanden.

Paul hat noch weiter in den neuen Stilen und Gattungen komponiert. Sein Piano Album ist zur Zeit in der Fertigstellung.



Themen und Ressourcen für die Komposition im Klavierunterricht

Freie Improvisation - Meine Anleitung dazu: Eine einfache Übung in Freier Improvisation und 5 Anwendungen für den Instrumentalunterricht

Musikanalyse - aus der Perspektive der Emotion. Soundtracks: Der weiße Hai (John Williams), Das Mädchen mit dem Perlohrring (Alexandre Desplat), Harry Potter und der Stein der Weisen (John Williams), etc. später Schumann Fantasiestücke, Beethoven frühe Klaviersonaten // 1) Musik hören lassen, 2) spontan Emotionen aufschreiben lassen, 3) wieder hören, Gespräch daüber, wie diese Emotionen mit musikalischen Mitteln ausgedrückt werden, 4) wieder hören und musikalische Mittel herausarbeiten, 5) evtl. Noten geben, dann das Stück noch einmal mit der neuen Perspektive anhören.

Musiktheorie - Besprechung, welche Akkorde über jeden Ton einer beliebigen Tonart liegen, Improvisieren in vorher festgelegten Tonarten, Intervalle bestimmen und singen, grundlegende Notensatzregeln, Blues-Schema, Ansichten über die Oberstimme: "Die Melodie" von Ernst Toch

Betreuung junger Komponisten - darauf achten, dass ihr Stil auch mal ins „unbekannte Gefilde“ wandert. Als Mentoren sind wir dafür da, den Schülern die musikalische Welt zu eröffnen: ihnen Musik vorzustellen, die sie nicht kennen, Verknüpfungen zu ihrer Musik finden, einfach gute Musik mit ihnen teilen. Auch: animieren, ihre Stücke fertig zu schreiben. Beispiel von Gattungen/Stilen: melancholisch // spritzig // Neue Musik // Tanz: Tango // romantisch // episch // verträumt // Variationen über ein eigenes oder ein fremdes Thema // jazzig // Hommage an... // programmatisch // usw.



Fazit

Schüler bringen ihre Ideen mit, und wenn wir diesen Ideen und Impulsen Raum gewähren, können sie sich entfalten, aufblühen. Dann erst kann etwas entstehen. Das habe ich früh bei Carla gelernt und aus diesem Grund war der Weg für Paul quasi geebnet worden. Außerdem würde ich sagen, dass ich selbst eine gute Portion Neugierde mitbringe für jeden meiner Schüler und ich diese mit meiner Kompetenz verbinde, Schüler in ihren Impulsen fachgerecht zu begleiten.

Ich möchte Sie mit diesem Bericht also einladen, auch mal vom Lehrplan abzuweichen und zu schauen, was dann passiert. Aber passen Sie auf, wenn Sie das tun. Das Ergebnis könnte Sie nämlich überraschen und Sie für den Rest Ihres Lebens bereichern.

Dieser Beitrag erschien 2020 in der EPTA-Dokumentation zum Thema "Fantasie".



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